0 items / 0.00

Blog 2015

20.09.2015

Das Vermächtnis des Stieg Larsson – Oder wie mit dem Werk eines toten Schriftstellers Geld gescheffelt wird und warum mir das nie passieren wird / Eine Kritik

»Wenn man einmal damit angefangen hat, sich die Ideen anderer anzueignen und damit Geld zu verdienen, überschreitet man eine Grenze, von der an es nur mehr bergab geht«, zitiert Stephan Maus in einem Artikel des stern aus dem Buch »Verschwörung« von David Lagercrantz, dem vierten Band der Millennium-Reihe. Hat der Mann sich damit vielleicht selbst gemeint?

Der respektlose Umgang mit fremdem, geistigem Eigentum ist ein topaktuelles Thema weltweit und hat auch Stieg Larsson nicht verschont. Der schwedische Journalist und Schriftsteller ist im November 2004 gestorben, noch vor Erscheinen des ersten Millennium-Buchs im darauffolgenden Jahr. Niemand regte sich über die posthume Veröffentlichung seines Werkes auf. Nein, man freute sich sogar über den Erfolg des Buches und der beiden Folgebände. Es gab keinen Anstoß eines Grolls, dem Empfinden eines moralischen Falschverhaltens. Aber dann wurde dem einen oder anderen bewusst, welch enorme Geldmaschinerie um Stieg Larssons Werk entstanden ist. Verfilmungen in Schweden und Hollywood, Adaptionen in Comics, wie beim Splitter-Verlag, ein Theater-Stück um die Protagonistin Lisbeth Salander, geschrieben von Eva Gabrielsson, der langjährigen Lebensgefährtin Stieg Larssons, sowie Bücher über ihn aus der Feder von ihr, seinen Angehörigen und Freunden. Alle haben sie gut an einen Toten verdient.

Als der Norstedts Verlag 2013 bekannt gab, dass der Schriftsteller David Lagercrantz, bekannt als Ghost Writer von Autobiographien, einen vierten Band schreiben wird, wurde es einigen zu viel. Seitdem wird diskutiert, ob es richtig oder falsch ist, die Millennium-Reihe fortzusetzen. Der dänische Bestseller-Krimiautor Jussi Adler-Olsen hätte den Auftrag aus Respekt zum verstorbenen Schöpfer um die Protagonisten Blomkvist und Salander nie angenommen und war über die Veröffentlichung des Buches so empört, dass er angab, es keinesfalls zu lesen und die Leserschaft sogar zum Boykott aufrief.

Ich schreibe selbst und wenn ich mir vorstelle, jemand könne nach meinem Tod meine Aufzeichnungen durchwühlen oder, wie in diesem Fall, Informationen von Freunden zum Inhalt des vierten Teils aufgreifen, um eine Fortsetzung zu schreiben, dann dreht sich bei mir der Magen um, und ich beginne, mir Gedanken um meinen Nachlass zu machen, und zwar meinem geistigen.

Aber warum nur an die Zeit nach dem Tod denken? Erst vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass sich die bekannte Schriftstellerin Cornelia Funke dazu entschieden hat, die englische Ausgabe ihres neuen Buchs selbst zu verlegen, weil ihr Stammverlag für eine Veröffentlichung in den USA zu viele Änderungen fordert. Ein Hoch auf das Selbstverlegen. Verlege selbst und regel deinen Nachlass so, dass niemand das Recht hat, posthum mit deinem geistigen Eigentum Geld zu verdienen. Das habe ich mir zur Devise gemacht. Ganz egal, ob ich mit meinen Büchern erfolgreich werden sollte oder nicht – niemand soll von mir profitieren können außer ich selbst.


02.07.2015

Wie aus einem nur halb fertig geschriebenen Manuskript ein Bestseller wird – Paula Hawkins´ Roman »Girl on the Train – Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich« / Eine Kritik

Bereits vor offiziellem Erscheinungstermin Mitte Juni 2015 ging das Buch dank der großen Nachfrage in den Verkauf und schaffte es prompt auf Platz 9 der Belletristik-Bestseller-Liste. Eine ausgeklügelte Marketing-Maschinerie des Blanvalet-Verlags gibt dem Buch den gewissen Schwung, um den im englischsprachigen Raum anhaltenden Erfolg auch hierzulande zu erreichen. Neben den mittlerweile üblichen Werbemaßnahmen in den sozialen Netzwerken, sind es Poster und Aufsteller an Bahnhöfen mit neugierig machenden Headlines und Inserate in den Zeitschriften »Dein Bahnhof« und »DB Mobil«. Mit Blick auf den Titel macht das auch Sinn. Die Protagonistin pendelt täglich mit dem Zug nach London zur Arbeit. Selbst als sie ihre Stelle durch Trunkenheit verliert, fährt sie jeden Tag in die Stadt, um den Schein einer berufstätigen Frau zu wahren.

Und weiter? Paula Hawkins wird einer Mosaik- und Schnitttechnik nachgesagt wie sie der von Gillian Flynn gleicht. Aha! Die Feuilleton-Redakteurin Sylvia Staude von der Frankfurter Rundschau sieht in dem Thriller einen Spannungsaufbau nach Muster: ein Informationsschritt vor, zwei Zweifelschritte zurück. Wieder Aha! Hat man hier etwa geguckt, wie erfolgreiche Bücher stilistisch aufgebaut sind? Hat man hier etwa abgekupfert? »Gone Girl« – ein Buch von eben der Gillian Flynn, an der man beim Lesen des »Girl on the Train«–Bestsellers scheinbar oft denken muss, – ein Buch, das gerade verfilmt wurde und bald Konkurrenz bekommt, wie erwarten von genau diesem angepriesenen Newcomer, dessen Filmrechte bereits vor Veröffentlichung verkauft worden sind, – und ein Buch, das vermutlich als Vorlage dieses neuen Erfolgsthrillers nach Plan diente.

Wie kam es dazu? Der Spiegel nennt es eine aufwendig geplante Vermarktungsstrategie. Etwa zwei Jahre hatten Lektoren, Agenten und Marketingexperten an dem halb fertigen Manuskript von Paula Hawkins »gebastelt«. Nach System zum Welterfolg. Da stellt sich doch die Frage, ob das noch Literatur ist? Nein, ich denke nicht. Eher ein zurechtgeschnittener Blockbuster, wie wir ihn aus Hollywood kennen. Da bekommt das »Kopfkino« eine ganz andere Dimension. Und hatte Paula Hawkins überhaupt noch an ihrem Werk mitgearbeitet? Im schlechtesten Fall wohl nicht, und was soll man dann als Leser von so einer Schriftstellerin halten? Erfolg um jeden Preis, ganz egal ob andere aus einer bloßen Idee einen Roman entwickelt haben? Ich weiß, ich wäre nicht ich selbst, wenn ich eine Scharr von Experten an meine Gedanken ließe. Und ich weiß, ich werde jetzt noch skeptischer gegenüber Bestsellern sein.


15.06.2015

Warum die Schriftstellerin Nele Neuhaus so erfolgreich ist und warum ich nicht paranoid bin / Eine Kritik

Zu Weihnachten 2014 schenkte mir meine Mutter das neue Buch von Nele Neuhaus »Sommer der Wahrheit«, ISBN 978-3-548-28561-0, ein im Klappentext deklarierter »Unterhaltungsroman für Erwachsene«, den die Autorin unter ihrem Mädchennamen – Nele Löwenberg – im Verlag Ullstein veröffentlichen ließ. Zuvor hatte ich noch nie etwas von Nele Neuhaus gelesen oder auch nur von ihr als Bestseller-Autorin gehört. Ich weiß, wenn ich mir mal die Bestseller-Listen anschauen würde, dann hätte ich schon öfters etwas von Nele Neuhaus gehört. Aber ich wäre ja dann nicht ich selbst. Jedenfalls meinte meine Mutter, dass diese Autorin, wie ich, ihre ersten Bücher selbst verlegt hätte und dann ganz erfolgreich wurde. Später fand ich heraus, dass Nele Neuhaus nicht wie ich selbst verlegt hat, sondern im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat über eine Selfpublishing-Plattform verlegen ließ. Selbstverleger zu sein, bedeutet seine Bücher tatsächlich allein zu verlegen – über einem Gewerbe (wie dem Doreen Gehrke Verlag) als Einzelunternehmer. Hm, aber es sollte wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl sein – Mach es doch genauso wie Nele Neuhaus? Genauso was? So zu schreiben wie Nele Neuhaus?

Meiner Mutter zuliebe las ich das Buch und war erschüttert. Auf den genauen Inhalt werde ich hier nicht eingehen, lest das Buch doch selbst. Der Titel »Sommer der Wahrheit« sowie die Überschrift auf der Buchrückseite »Wenn ein Sommer dein ganzes Leben verändert« suggerieren, dass es sich um einen einzigen Sommer handelt, in dem etwas ganz Aufregendes und Spannendes geschehen muss. Tatsächlich umfasst der erzählte Zeitraum etwa 1 ½ Jahre, von einem Frühsommer bis zu Weihnachten des darauffolgendes Jahres und demnach zwei Sommer, in denen das Mädchen Sheridan Grant wie am Fließband schreckliche Dinge erlebt. Sie erlebt und erlebt und erlebt, aber reflektiert nicht.

Ganz seltsam beginnen sich, nach einem etwa 45 Seiten langen extrem langweiligen Einstieg die Ereignisse zu überschlagen, so dass man bereits nach etwa 100 Seiten des 490 Seiten starken Buches im Winter angelangt ist. Wenn man dann, wie zuvor erwähnt, nur von einem Sommer ausgegangen ist, fragt man sich, welcher Sommer ist mit »Sommer der Wahrheit« gemeint und wie viele Sommer wird es in diesem Buch wohl noch geben? Vielleicht vier? Könnte mit Bezug zum Erzähltempo und den noch ausstehenden Seiten hinkommen. Die Protagonistin Sheridan ist zu Beginn der Geschichte 14 Jahre alt (S. 49). Die Autorin hatte sich für den Ich-Erzähler entschieden, aber die gewählte Sprache ist die eines Erwachsenen. Okay, es soll ein »Unterhaltungsroman für Erwachsene« sein, aber hätte man dann nicht lieber eine auktoriale Erzählform wählen sollen?

Beim Lesen bin ich dann und wann auf Stellen gestoßen, die mich irritierten und die ich hier an Beispielen wiedergebe. »Er setzte sich auf den tiefhängenden Ast der alten Ulme, und ich setzte mich dicht neben ihn. So hatten wir manches Mal gesessen, früher, nach der Schule, als wir noch Kinder gewesen waren.«, (S. 49) – der Gedankengang einer 14-Jährigen, als ob das Kindsein schon so lange her wäre. »Gesindehaus«, (S. 21) – die Geschichte spielt in Nebraska in den Jahren 1994⁄1995. »..., begehrte ich auf.«, (S. 25), »..., um mich noch ärger zu bestrafen.«, (S. 27), »Sie war so groß wie Dad, aber mehr als doppelt so dick – ein Trumm von einer Frau, ...«, (S. 37), »... Mills-Sippe.«, (S. 42), »Von ferne ...«, (S. 57), »Er kam sehr auf seiner Mutter heraus, ...«, (S. 61), »Als ich geendet hatte und ...«, (S. 90), »Selten hatte ich mich so gut gefühlt wie heute Morgen beim Frühstück, als Mutters Boshaftigkeit an meiner granitenen Gleichgültigkeit gescheitert war.«, (S. 112), »In dieser Sekunde fiel mir siedend heiß ein, dass ...«, (S. 136), »Sie war ein süßes, hübsches Kind gewesen, das so gar nicht in diese bierernste Familie passen wollte.«, (S. 160), »›Ich muss los‹, sagte ich deshalb, bevor er mich für debil halten würde, ...«, (S. 216), »Ich schulterte meinen Rucksack.«, (S. 321), »Schluchzend klaubte ich meine Siebensachen von der Straße, ...«, (S. 325).

Ich weiß, ich bin ganz sicher kein Sprach-Experte und möchte auch nie einer werden. Es heißt ja auch: Jeder nach seiner Fasson. Aber als Jugendbuchautorin hat mich Nele Neuhaus’ Wortwahl einfach geärgert. Zudem halte ich die Protagonistin für unglaubwürdig. Kein Teenager erlebt das, was Sheridan Grant alles erlebt und verhält sich dabei so, wie sich dieses Mädchen verhält. Kurz vor ihrem 15. Geburtstag verlässt ihr guter Freund Jerry die Stadt, und sie hat zum ersten Mal Liebeskummer. Wenig später entdeckt sie ihre Sexualität. Motiviert durch die Erotikromane ihrer Tante, probiert sie sich aus und macht den Farmarbeitern schöne Augen. Mit Danny hat sie zum ersten Mal Sex und trifft sich oft mit ihm. Noch im gleichen Sommer beginnt sie eine Affäre mit einem unansehnlichen Schriftsteller, der sich später als ihr neuer Lehrer entpuppt. Sie droht ihm mit einer Anzeige, sollte er sie nicht in Ruhe lassen und kommt mit Brandon zusammen, dem Gitarrist aus der Schülerband. Der Sex mit dem unerfahrenen Teenager ist für sie enttäuschend, und sie sehnt sich nach Nicholas, einem Rodeo-Cowboy, der aber, wie man später erfährt, schwul ist und sie abweist. Zu Hause wird Sheridan von ihrer Mutter wie eine Aussätzige behandelt, einer ihrer Stiefbrüder schlägt sie zusammen und versucht, sie zu vergewaltigen. Nebenbei findet sie heraus, dass die Schwester ihrer Adoptivmutter, Carolyn Cooper, ihre leibliche Mutter ist und früher aus unerklärlichen Gründen die Stadt verlassen hat. Man sollte meinen, das Mädchen hat was Besseres zu tun, als sich Männern an den Hals zu werfen. Nach einer Halloween-Party wird sie dann von einem Polizisten, der sie vorher mehrfach stalkte, vergewaltigt, und sie erschlägt ihn mit einem Stein. Zuvor hat sie sich wegen diesem Mann nie jemandem anvertraut, nicht einmal Nicholas, der dann die Leiche verschwinden lässt. Hat aber ihre Haare gefärbt und geschnitten und wohl gedacht, dass er sie nicht finden würde. Aber was die Figur Sheridan Grant denkt, bleibt dem Leser zumeist ein Geheimnis. Dann in der Halloween-Nacht verlässt sie als letzte die Party und geht ganz allein zu ihrem Wagen auf dem schlecht beleuchteten Parkplatz. Was? Ist Sheridan Grant auf ihrer Schule so wichtig, dass sie alles organisieren und kontrollieren muss? Jemand, der so traumatisiert und in großer Angst ist wie sie, kann cool genug sein, den Party-Planer zu spielen? Nur gut, dass auf dem Parkplatz ein großer Stein lag, griffbereit für die zierliche Sheridan Grant. Leider wird sie schwanger, aber Gott sei Dank kennt Nicholas jemanden, der die Abtreibung durchführen kann. Dann aber bekommt sie Blutungen, auch das noch, und muss ins Krankenhaus. Ihrem Adoptivvater vertraut sie sich endlich an, auch damit Nicholas entlastet ist oder vielleicht auch nur deswegen, weil er der Vergewaltigung verdächtigt wird. Zu guter Letzt beginnt sie eine Affäre mit dem neuen Pfarrer, der ihr mit den Tagebüchern ihrer Mutter hilft, weil diese Passagen in Altgriechisch geschrieben hat und er kann zufällig Altgriechisch. Auch nicht schlecht, wenn jemand in einem abgeschiedenen Landstrich irgendwo in Nebraska Altgriechisch lernt und diese Sprache als Geheimsprache verwendet, damit die böse Schwester, Sheridans Adoptivmutter, den Inhalt nicht versteht. Sheridan liebt Horatio, den verheirateten Pfarrer und zweifachen Vater, will ihm aber nicht wehtun und auch nicht seiner Karriere schaden. Am Weihnachtsabend verlässt sie die Farm Richtung New York, wo ein Musikproduzent mit ihr eine CD aufnehmen möchte.

Schön, wie sich das alles zusammenfügt. Man darf nicht vergessen, dass Sheridan neben Sex, Schlägen, Vergewaltigung und versuchten Vergewaltigungen, Abtreibung, dem Lösen des Rätsels um ihrer Mutter und ihrer Adoption noch an ihrer Musikkarriere gebastelt hat. Wow, so eine Geschichte würde mir im Leben nicht einfallen. Während des Lesens habe ich oft an meine Figuren gedacht und mich immer wieder gefragt, warum Sheridan Grant nie richtig in sich geht und sich fragt: Was mache ich hier eigentlich? Meine Charaktere hinterfragen sich ständig. Aber bei Nele Neuhaus wird zumeist nur agiert, und das Tempo war für mich kaum auszuhalten. Und ist es das, was von vielen Lesern erwartet wird? Viele Ereignisse, schnell aufeinanderfolgend ohne Reflexion? Dann werde ich wohl nie viele Leser haben.

Ich dachte dann, dass dieses Buch vielleicht ein Ausrutscher sei und die tatsächlichen Bestseller von Nele Neuhaus mir besser gefallen würden. Sie wären gut strukturiert, hätten eine passende Sprache, die Charaktere wären glaubwürdig, Handlungen wären nachvollziehbar. Ich entschied mich, den Spiegel-Bestseller »Unter Haien«, ISBN 978-3-548-28479-8, zu lesen und war erschüttert. Alex Sontheim, eine junge Investmentbankerin, die beste ihres Fachs, schafft es jeden, wirklich noch so schwierigen Deal erfolgreich auszuhandeln. Aber diese Person, die, noch dazu als Frau, sicher vielen Neidern und hinterhältigen Kollegen im Laufe ihrer Karriere begegnet sein muss, bekommt nicht mit, wie sie als Marionette für illegale Geldgeschäfte benutzt und kontrolliert wird? Wie konnte die Frau so erfolgreich werden, wenn sie keinen Instinkt hat und kein Misstrauen gegenüber anderen Kollegen hegt? In diesem Geschäft muss man doch immer davon ausgehen, dass jemand einen ans Bein pinkeln will. Naiv wie sie ist, führt ihr Weg direkt ins Bett des dubiosen Geschäftsmanns Sergio Vitali. Bereits früh warnt sie New Yorks Bürgermeister vor diesen Mann. Nicholas Kostidis war zuvor Bundesstaatsanwalt und hat erfolgreich gegen die Korruption in dieser Stadt gekämpft. Das weiß auch Alex Sontheim. Hier hätte sie sich fragen müssen, warum der Mann sie warnt und anfangen müssen, selbst zu recherchieren. Wenn man bis ins kleinste Detail für Firmenfusionen nach Daten und Fakten sucht, um Firmenmarktwerte und Angebote festlegen zu können, dann hinterfragt man auch Warnungen, insbesondere wenn sie vom Bürgermeister der wichtigsten Stadt in den USA kommen. Zudem tritt Alex Sontheim die Nachfolge von Gilbert Shanahan an, der zuvor von einem LKW überrollt wurde, als er auf dem Weg zu einer Anhörung vor der Börsenaufsichtsbehörde war. Eine Anhörung ist ein offizieller Termin. Es muss sich herumgesprochen haben, und ich kann mir nicht vorstellen, dass Alex Sontheim davon nichts gehört haben will. Und man nimmt doch bei einer Firma keine Stelle an, die unter Verdacht steht, illegale Geschäfte zu tätigen. Aus welch anderen Grund hätte die Börsenaufsicht Gilbert Shanahan vorladen sollen? Der Mann hat einen Termin gehabt, er ist nicht aus dem Büro gelaufen Richtung Börsenaufsichtsbehörde, weil er so schnell wie möglich jemanden etwas verraten wollte. Die Börsenaufsicht muss selbst oder durch einen Spitzel in der Firma davon Wind bekommen haben.

Gleich am Anfang hat Nele Neuhaus diesen riesigen Fehler gemacht, der vielleicht kaum jemandem aufgefallen ist. Aber mir ist er aufgefallen, und darum war dieses Buch bereits am Anfang für mich gestorben und die Figur Alex Sontheim war für mich von Beginn an, nur ein Witz in einem Kostüm. Es ist das gewohnte Tempo aus »Sommer der Wahrheit« und schlimmer, die Zeit überholt sich selbst. Die auktoriale Erzählform wurde gewählt, was auch notwendig war, weil teilweise die zeitgleichen Ereignisse an drei Stellen geschildert werden – Alex, Vitali und Kostidis.

Bei diesem knapp 670 Seiten starken Schinken musste ich dann und wann mit der Stirn runzeln oder mit dem Kopf schütteln. Auf einige Beispiele möchte ich hier nicht verzichten. »..., wie vernarrt er in dieses blonde Weibsstück war. ...«, (S. 49) – Alex Sontheim ist eine blondhaarige Frau, richtig, aber auf dem Cover hat sie dunkle Haare. Hier hat der Verlag gepennt. »Auf dem großen Platz vor der Villa parkten eine Menge Autos, und ein sonnenbebrillter Mann wies ihr einen Parkplatz zu.«, (S. 102), »› Na ja‹, Zack schürzte die Lippen ...«, (S. 103), »Nick hatte seit diesem Gespräch oft über Rosenbaums Worte nachgegrübelt.«, (S. 131) – gegrübelt oder nachgedacht, soviel ich weiß, »Motten umspukten die Laterne, ...«, (S. 132), »›Jerome‹, Nick reicht dem rotgesichtigen Mann ...«, (S. 141), »Der Fuchswallach stob los wie mit einem Kickdown, ...«, (S. 178) und »... und diese parierte den Fuchs ein paar Meter vorher durch, ...«, (S. 179) – nicht jeder Leser reitet oder hat schon mal was von einem Kickdown gehört, »Sergio wurde durch das Erscheinen des Chef de Cuisine einer Antwort enthoben, ...«, (S. 211), »Nur zehn Minuten später hielt der Streifenwagen in einer Stichstraße ...«, (S. 222) – bei genauen Zeitangaben mit Stoppuhr?, »›Es ... es ist wahr‹, murmelte er nach einer Weile, und sein Selbstbewusstsein fiel wie Asche in sich zusammen.«, (S. 329), »Levy vergaß seine gute Erziehung und fluchte wie ein Droschkenkutscher.«, (S. 552) – in den Jahren 1999 bis 2001 passt das nicht, »...›es ist gleich halb sechs.‹« und »Aber im Licht der Morgendämmerung ...«, (S. 566) – im Dezember setzt die Morgendämmerung ganz sicher nicht um halb sechs ein, »› dass mein Name in einer Reihe mit einem Kretin wie Kostidis steht!‹«, (S. 573), »Nick ließ das Telefon dreißigmal klingeln.«, (S. 575) – kein Mensch bei gesunden Menschenverstand lässt das Telefon dreißigmal klingeln und hat dann noch dabei mitgezählt, »Der Polizeichef flog herum und starrte den stellvertretenden Leiter des FBI überrascht an.«, (S. 580), »›Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?«, ließ sich Jenkins vernehmen.«, (S. 584), »Er seufzte abgrundtief.«, (S. 597), »›Jenkins setzt mir das Messer auf die Brust.‹«, (S. 606) – hält mir das Messer⁄die Pistole vor die Brust, soviel ich weiß, »Es würde für Vitali keine Möglichkeit mehr geben, sich diesem Vorwurf zu entwinden.«, (S. 616).

Stellenweise sind Wörter gewählt worden, die man nur noch selten spricht. Ich verstehe nicht, warum darauf nicht geachtet wird. Die Verlage haben doch alle super Lektoren. Für meine Jugendbücher habe ich auch keine anspruchsvolle Sprache gewählt, aber ich verkaufe ja auch keine Bestseller. Offensichtlich geht es auch gar nicht um Sprache, sondern um Ereignisse wie am Fließband, die das Buch spannend machen sollen, unterhalten sollen – ein Unterhaltungsroman, nichts weiter. Ob das alles Sinn macht und tatsächlich so vonstattengehen kann, hinterfragt der Bestseller-Leser nicht? Wie auch immer, ich bin kein Bestseller-Leser. Aber ich verstehe jetzt, warum Nele Neuhaus so erfolgreich ist.

Zurück zum Buch, finde ich es seltsam, dass Alex Sontheim, nachdem sie von Sergio Vitali vergewaltigt wird, nicht aus seinem Apartmenthaus auszieht, nach einer Zeit lang wieder mit ihm schläft und sogar meint, sich gegenüber einem Mafiaboss behaupten zu können. Als sie in die Schweiz flieht, nimmt sie in ihrem Hotelzimmer ein Schaumbad und trinkt Champagner, während zwei ihrer Helfer verschwunden sind, vielleicht ermordet im Hudson River rumschwimmen. Die Frau ist ja so cool. Zurück in New York trägt sie sich unter dem gleichen Namen wie im Schweizer Hotel ein, aus dem sie Tage zuvor nach Deutschland flüchten musste. Also wussten Vitalis Männer unter welchem Namen sie dort gemeldet war. Wie dämlich kann eine so clevere Geschäftsfrau sein? Hat die nie James Bond gesehen? Zuerst habe ich das gedacht, als ich las, wie sie in bester Agentenmanier über Lüftungsschächte das Bürogebäude verlassen und auf einem Fahrrad Sergio Vitalis Armee von Berufskillern bis nach Chinatown entkommen konnte. Im Hotelzimmer wartet sie dann mit Champagner und Knabbereien auf den Bürgermeister, zu dem sie sich irgendwann hingezogen zu fühlen begann. Der wird logischerweise von Vitalis Männern verfolgt und über Alex Sontheims eingetragenen gleichen Namen wie in Zürich wissen sie, in welchem Zimmer beide sind. Die Turteltauben haben dann auch noch Sex, wie überraschend, was schnulzenhaft auf ganze drei Seiten beschrieben wird. Da hätte ich das Buch in die nächste Ecke schmeißen können, wenn ich es nicht schon fast bis zu Ende gelesen hätte. Aber ich muss schon sagen, Alex Sontheim ist eine starke Frau, wie sie mehr tot als lebendig, von Vitalis Männern zusammengeschlagen und mehrfach vergewaltigt, aus dem eiskalten Hudson River gefischt, überlebt und den Killern im Krankenhaus dann wieder entkommt. Habe ich schon erwähnt, dass sie Wochen zuvor dem Bürgermeister mit einem Hechtsprung sein Leben rettete, als dieser auf dem Friedhof seine tote Familie besuchte? Ja, ja, da hat Nele Neuhaus eine Super Woman im Kostüm einer Investmentbankerin geschaffen. Auf die Idee wäre ich nie gekommen.

Und dann, es war Anfang Mai 2015, zeigte das ZDF eine Verfilmung des Nele Neuhaus’ Romans »Wer Wind sät«, eine Folge ihres Kripo-Duos Kirchhoff und von Bodenstein – ein sogenannter Taunus-Krimi. Ich konnte meine Augen nicht von der Mattscheibe lassen und war – eins, zwei, drei – erschüttert. Sexueller und psychischer Missbrauch Schutzbefohlener, Mobbing wegen Übergewicht, offener Scheidungskrieg, heimliche Heirat, Verführung Minderjähriger, Erpressung, heimliche Adoption, Gutachtenfälschung, Patentklau, Mord und Todschlag, Tumulte bei Pressekonferenz, Geiselnahme mit SEK-Einsatz – und das alles in einem rasenden Tempo. Manchmal sollte man sich wohl eher nicht so genau an die Vorlage halten. Ich hatte zeitweise große Probleme, mitzukommen und die Zusammenhänge zu verstehen.

Auf den genauen Ablauf möchte ich gar nicht eingehen, aber eine Szene fand ich wirklich sehr seltsam. Die Pressekonferenz im Wirtshaus. Geladen sind natürlich der Sprecher der Bürgerinitiative, die gegen einen Windpark ist, und der Geschäftsführer des zukünftigen Anlagenbetreuers. Die beiden Kripo-Beamte sind auch anwesend. Es dauert nicht lange, als Jugendliche beginnen, mit Gemüse zu schmeißen. Mir völlig unbegreiflich bricht eine Panik aus. Und es wird noch seltsamer. Die Jugendlichen sind die ersten, die rauslaufen und es fliegt nichts mehr durch die Gegend. Dennoch schreien die Anwesenden weiterhin wild durcheinander und laufen hektisch aus dem kleinen Versammlungsraum. Dabei fällt die Kirchhoff noch hin und von Bodenstein ruft, man müsse so schnell wie möglich raus. »Wovor laufen die denn weg?«, fragte ich mich. Die taten so, als ob jemand Tränengas freigesetzt hätte. Vor allem sah es so aus, als würde die Gefahr von den beiden Herren der Bürgerinitiative und der Windkraftfirma ausgehen. Und über den SEK-Einsatz auf der Wetterstation schreibe ich lieber nichts, außer dass es dem ganzen Blödsinn noch die Krone aufsetzte.

Der Film ließ mir keine Ruhe und am nächsten Morgen suchte ich im Internet nach einer Rezension. Vielleicht hatte ja jemand das Bedürfnis, seinen Eindruck über die Verfilmung in die Öffentlichkeit zu tragen, und ich wurde fündig. Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) fand ich einen Bericht, der mich sehr beruhigte, denn ich verstand, dass ich mit meiner Meinung zur Verfilmung sowie über Nele Neuhaus’ Bücher nicht alleine bin. Gut, ich bin also nicht paranoid.


08.03.2015

Internationaler Frauentag 2015 / Ein Kommentar

Im Jahr 1910 war es soweit. Abgesandte der internationalen sozialistischen Frauenbewegung beschlossen in Kopenhagen (Dänemark) die Einführung dieses Ehren- und Gedenktages, der dieses Jahr nun zum 105. Mal und seit 1922 zum 93. Mal am 8. März an die Verdienste der zahllosen Frauen erinnert, die für Freiheit und Gleichberechtigung gekämpft haben und auch gestorben sind. An der Spitze der Fraueninternationale keine andere als die deutsche Sozialistin Clara Zetkin. Worum ging es den Frauen? Vor allem um das Erreichen des Frauenwahlrechts und das Enden des Ersten Weltkrieges. Sie engagierten sich für gesellschaftliche Gleichstellung, kämpften gegen Gewalt an Frauen und gegen den berüchtigten § 218 des Strafgesetzbuches (Abtreibungsverbot). Frauen sozialisierten sich global, traten für und miteinander auf.
Und heute? Für Deutschland sehe ich immer noch das Problem der Gewalt an Frauen, und meine, sie nimmt wieder zu. Vereinzelt gibt es Demonstrationen. Die Nachrichten berichten davon am Rande.
Wie ernst nimmt man diesen Tag noch? Aus Erinnerungen wie es zu DDR-Zeiten war und wie es hier in den Neuen Bundesländern noch gehandhabt wird, ist es ein großes Besäufnis. Wenn der 8. März, wie dieses Jahr, an einem Sonntag ist, wird in der Nacht vom 7. März eben hinein gefeiert. Hauptsache der Rotkäppchen-Sekt wird nicht alle. Und falls die Musik nicht die richtigen Geschmäcker trifft, wird fleißig selbst gesungen.
In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts sind Arbeiterfrauen aus Fabriken gelaufen, haben Schilder und Plakate in die Hände genommen, verlangten höhere Löhne und bessere Behandlung, sind marschiert, verprügelt und verhaftet worden. Das weiß heute kaum noch jemand.
Nein, viele Frauen lassen sich immer noch gerne Honig ums Maul schmieren. Freuen sich riesig, wenn der Chef eine kleine Flasche Sekt, vielleicht auch Pralinen, auf den Schreibtisch stellt und merken gar nicht, dass man sie damit klein halten will. Vor 25 Jahren war es ja noch viel schlimmer - Frauenkollektive von der Stasi gelenkt. So nach dem Motto: Hängt den Weibern ein paar Medaillen um den Hals, drückt ihnen einen Zettel in die Hand, auf dem Auszeichnung steht, und schenkt ihnen einen Strauß frischer Frühlingsblüher, dann fühlen sie sich wichtig und gebraucht. Wer aufmuckt, wird weggesperrt.
Die Frauenbewegung hat sich verändert. Heute ist Frau kaum noch gegen etwas, heute ist Frau für etwas - die »Pille danach«, die Frauenquote. In den Tagen einer Clara Zetkin wäre ich ganz sicher mit dabei gewesen, aber heute sind mir Feministinnen irgendwie peinlich. Die »Pille danach« - ja, das macht es für die Frau ja so viel einfacher. Nein, ich denke nicht für alle, nicht für die vergewaltigte Frau. Hatte eine Frau sich vorher beim Arzt noch erklären müssen, warum sie die »Pille danach« benötigt und dann erzählt, dass sie vergewaltigt wurde und Angst vor einer Schwangerschaft hat, muss sie das jetzt nicht mehr. Viele Opfer schämen sich und wollen nur vergessen. Weniger Vergewaltigungen werden angezeigt und weniger Täter werden verhaftet werden. Ja, ja, das muss Freiheit sein. Und die Frauenquote? Ein Schlag ins Gesicht für all die Frauen, die es ohne Quote geschafft haben. »Frau Gehrke, Sie wurden nur eingestellt, weil Sie eine Frau sind.« »Frau Gehrke, sind Sie eine Quotenfrau oder können Sie auch etwas?« Ähnliche Sätze wie diese werden Berufspolitikerinnen, wie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig, niemals hören. Würden Sie in der Wirtschaft tätig sein, hätten sie es besser gewusst. Auch hier hat Frau nicht weit genug gedacht. Dieses Gesetz vereinfacht den Karriereaufstieg einer emanzipierten Frau nicht, er behindert ihn.
Aber was ist eigentlich Emanzipation? Ein selbstbestimmtes Leben - Freiheit - habe ich immer gedacht. Nur leider werden Frauen immer noch in Rollen gesteckt und müssen sich rechtfertigen, warum sie so sind, wie sie sind und warum sie das machen, was sie machen. Und sind es dabei die Männer, die es Frauen schwer machen, ein solch gewünschtes selbstbestimmtes Leben zu leben? Nicht generell. Nein, zumeist sind es sogar Frauen - die bereits angesprochenen Feministinnen, die es anderen Frauen nachtragen, ein in ihren Augen nicht emanzipiertes Frauenbild zu verkörpern und/ oder die Frauenbewegung sogar zu behindern. Frauen, die im Showbusiness mit wenig Stoff um den Hüften Erfolg haben, Frauen, die ihre Erfüllung zu Hause bei ihrer Familie finden, Frauen, die unbeirrt ihrer Karriere nachgehen, ohne sich zu beschweren, wie schwierig es manchmal sein kann, sich unter Männern zu behaupten. Ich bin ganz sicher auch so eine Frau. Und ich bin froh, dass ich nicht alleine bin. Vielleicht sollte Frau mal am Internationalen Frauentag gegen die aufgestellten Rollenbilder der Feministinnen und für ein selbstbestimmtes Leben demonstrieren. Ein selbstbestimmtes Leben - auch Prostituierte und Nonnen können emanzipierte Frauen sein!

Hier noch eine Empfehlung von mir: »Danke, emanzipiert sind wir selber! Abschied vom Diktat der Rollenbilder«, ein Buch von der ehemaligen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Kristina Schröder in Zusammenarbeit mit Caroline Waldeck (2012).
Und zur Geschichte des Internationalen Frauentages: »Der Internationale Frauentag einst und heute - Geschichtlicher Abriß und weltweite Tradition vom Entstehen bis zur Gegenwart.«, ein Buch von Siegfried Scholze (2001).


26.02.2015

OB-Wahl in Neubrandenburg / Ein Kommentar

Am 1. März 2015 ist Oberbürgermeisterwahl in Neubrandenburg. Dr. Paul Krüger (CDU) strebt keine dritte Amtszeit an, sondern zieht den Ruhestand vor. Sollen doch andere ihr Glück versuchen. Aber wer sind die anderen? Die von der CDU gewünschte Nachfolgerin Dr. Diana Kuhk, Michael Stieber (SPD), Torsten Koplin (Linke), Manfred Pawlowski (FDP) und die beiden Einzelbewerber Michael Nötzel und Silvio Witt.
Was fällt auf? Anders als die anderen fünf Kandidaten bietet Manfred Pawlowski keine eigene Website an. Fehlt der FDP in Mecklenburg-Vorpommern das nötige Interesse, einen halbwegs anständigen Wahlkampf auf die Beine zu stellen? Vielleicht auch das nötige Kleingeld? Denn wie ist es zu erklären, dass bis heute (26.02.2015) keine Flyer der FDP den Weg in die Briefkästen der Neubrandenburger gefunden haben. Nicht einmal Wahlplakate sind zu erspähen. Allein auf der Website der FDP ist Manfred Pawlowski zu sehen, neben sämtlichen Kommunalwahlkandidaten. Ich weiß, wir Neubrandenburger erwarten von der FDP keine Marketingmaschinerie wie vor knapp zwei Wochen bei der Wahl zum Oberbürgermeister in Hamburg. Aber ein bisschen mehr dürfte es dann doch schon sein.
Genau. Wer hat eigentlich »gefühlt« am meisten Werbung für sich gemacht? Hinsichtlich der Anzahl der Plakate, Flyer und Zeitungsanzeigen ist es ganz klar Dr. Diana Kuhk (CDU), gefolgt von Silvio Witt, der sich an ihren Fersen gehängt hat. Man staune - ein Einzelbewerber gibt mehr Gas als Kandidaten, denen Geld aus Parteikassen zur Verfügung steht. Aber was haben Sie inhaltlich zu bieten, Herr Witt? Geben Sie da genauso viel Gas oder ruhen Sie im Leerlauf? Mit Klick auf die Website erfährt man wiederholt, wie sehr Silvio Witt seine Stadt liebt und man liest von seiner Vision - »Meine Stadt der Träume«. Ja, Herr Witt, das sind alles schöne Worte. Von jemandem, der im Kabarett zu Hause ist und eine Agentur für Kommunikation führt, ist das auch zu erwarten. Überrascht hat mich Ihre Erkenntnis, die Neubrandenburger seien in zwei Lager gespalten, Dafür und Dagegen. Überrascht in der Hinsicht, dass Sie als Oberbürgermeisterkandidat tatsächlich sagen, wie es ist und dieses Problem auch zu Ihrem Thema machen. Das haben Sie den anderen Kandidaten voraus. Aber bedenken Sie, Herr Witt, Sie werden die Menschen dieser Stadt nicht ändern können. Sollten Sie Oberbürgermeister werden, bin ich gespannt, wie Sie dieses Problem zu lösen versuchen. Wie hat Sie der Moderator von Deutschlandradio Kultur (Beitrag vom 9. Februar 2015) beschrieben? - »Silvio Witt ist klein, drahtig und agil. ... «
Klein und drahtig ist Dr. Diana Kuhk (CDU) eher nicht, aber agil ganz bestimmt. Was Sie alles vorhaben, Frau Kuhk. Die Ziele, die Sie erreichen möchten, nehmen ja gar kein Ende. Da ist für jeden etwas dabei. Wie seriös ist das, frage ich mich. Wirklich ernst gemeint oder nur Schaumschlägerei? Neubrandenburg ist eine so tolle Stadt. Ja, ja. »... dass die Neubrandenburger Wirtschaft stark bleibt ...«, als Hochschulstandort biete Neubrandenburg »eine akademische Perspektive vor Ort ...« oder »Neubrandenburg ist ein wunderschöner Ort, um alt zu werden.« Wenn Sie das so empfinden, Frau Kuhk. Wissen Sie auch, wie es Ihre potentiellen Wähler empfinden?
Ob Torsten Koplin (Linke) das weiß? Na ja, zumindest scheint der Mann zu wissen, was Neubrandenburg braucht. Auf seiner Website sind ganze 11 Punkte gelistet, die klarstellen, was »wir brauchen«, »wir brauchen«, »wir brauchen«, ... Ganz anders als bei Dr. Diana Kuhk (CDU) ist die Stimmung hier im Keller. Dennoch, ich glaube, vielen Wählern begegnet er mit resigniertem Kopfnicken. ,Ja, ja, Herr Koplin, Sie haben ja recht‘, denkt das Lager der Frustrierten. Aber wissen Sie auch, was zu tun ist? Hände hoch? Hände aufhalten? Eine Idee? Nein, Herr Koplin? Nicht mal eine kleine? Na ja, wer weiß, ob Sie die überhaupt benötigen?
Michael Stieber (SPD) scheint jedenfalls keine zu brauchen, wünscht er sich doch eine »Neubrandenburger Mitmach-Gesellschaft«. Was ist das denn? Mit Verlaub, Herr Stieber, hört sich so an, als möchten Sie den Bürgern die Zügel selbst in die Hand geben. Angst vor eigenen Entscheidungen? Wenn die Bürger der Steuermann sind, kann man nichts falsch machen? Möglicherweise verstehe ich Sie auch falsch. Aber vergessen Sie nicht, dass es immer darauf ankommt, wie es ankommt. So auch das Bild auf Ihrer Website. Sehen Sie sich schon ins Rathaus einziehen oder zeigt es nur, dass Sie sich wünschen, Oberbürgermeister zu werden? In jedem Fall ist es schlechte Werbung für Sie als Person.
Gute Werbung hingegen macht Michael Nötzel. Der Internet-Profi kennt sich aus. So hatte ich ihn durch seine Google-Anzeige öfters mal vorm Schirm. Er wirbt für mehr Kommunikation, mehr Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung. Aber anders als sein Konkurrent, Michael Stieber, gibt er genau an, wie er sich das »Mitmachen« der Bürger vorstellt. Interessant und in jedem Fall einen Klick wert, ist sein Sofortprogramm »Unsere Stimme im Rathaus«, welches er, sollte er Oberbürgermeister werden, mit Amtsantritt starten würde. »Wöchentliche Online-Sprechstunden« oder »Entwicklung einer neuen Website für das Rathaus mit vielfältigen Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten.«... Das klingt alles schön, Herr Nötzel. Aber ich glaube, Sie vergessen die vielen älteren Bürger dieser Stadt, die das Internet nicht nutzen. Auch frage ich mich, ob ein vielfaches »Miteinbringen« einen nicht irgendwann ermüden könnte.
Aber am 1. März 2015 oder spätestens nach der Stichwahl, falls es zu einer kommt, werden wir wissen, worauf und auf wen die Wähler dieser Stadt sich einlassen möchten.


02.02.2015

Sich in verbotenen Träumen verlieren / Ein Porträt

In Lack und Leder fühle sie sich immer wie in einer Rüstung. Stark und mutig. Aber auch in Dessous spüre sie die Kraft, sich alles zutrauen zu können. Erotische Fantasien freien Lauf lassen - sich Gefühlen widerstandslos hingeben.
Wie stellt man sich eine Escort-Dame vor? Stark geschminkt mit ausladendem Dekolleté?
Nein. Es ist dieser anmutige Gang, wie sie von der Garderobe des Cafés zu ihrem Tisch schreitet und dabei nicht nur die Blicke der Männer auf sich zieht. Es ist diese aufrechte Haltung einer grazilen Erscheinung, die vermuten lässt, dass sie sich ihrer Schönheit bewusst ist. Und es sind diese erdbeerroten Lippen, wie sie sinnlich den Rand der Tasse Kaffee berühren. Kein Zweifel. Lilly lässt jeden Mann sich in verbotenen Träumen verlieren.
»Und die Frauen wissen das«, sagt sie. »Eifersucht ist es nicht, ganz und gar nicht. Die wenigsten Frauen möchten mit fremden Männern schlafen, aber die meisten wollen so schön und selbstbewusst sein wie ich. Es ist der Neid, der sie auffrisst.«
Viele Frauen würden gerne ein ausgiebiges und hemmungsloses Sexleben mit ihren Männern haben. Ohne jegliche Angst vor Peinlichkeiten. Aber sie empfänden zu viel Scham und haben nicht den Mut, sich auf erotische Liebesspiele einzulassen.
»Beziehungen würden besser funktionieren und nicht so schnell in die Brüche gehen, wenn sich beide mehr auf sich einlassen könnten. Sich dem anderen zu offenbaren und hinzugeben. Das hat nichts mit Unterwerfung zu tun. Nein, das ist Vertrauen. Und Vertrauen ist Liebe, und Liebe ist Freiheit.«
Lillys Augen funkeln - Leidenschaft ist ihre Passion.
Als ich sie nach ihrer Familie frage, wird sie aber ernst. Die Augen verlieren an Glanz. Sie fährt sich durchs Haar und zieht ein paar ihrer schwarzen Locken vors Gesicht. Warum Lilly als Escort-Dame arbeitet, könnten ihre Eltern bis heute nicht verstehen.
»Besonders mein Vater hat ein Problem damit. Aber er kann es akzeptieren.«
Blut sei eben doch dicker als Wasser. Lilly habe nur nie bedacht, wie Fremde reagieren könnten.
»Einmal, als meine Mutter im Ort einkaufen war, wurde sie als ›Hurenmutter‹ beschimpft. Das hat mir wehgetan, und bis heute habe ich damit zu tun. Damals wollte ich aufhören. Aber stellen Sie sich vor, gerade mein Vater meinte, ich solle auf keinen Fall wegen dem Getratsche von irgendwelchen ›vertrockneten Weibern‹ mein Leben ändern. Wichtig sei doch nur, dass ich selber mit dem, was ich mache zurechtkomme und zufrieden bin.«
Lilly lacht. Das Glitzern in ihren Augen zieht sich zurück und ihre kurz zuvor gebeugte Haltung wird wieder aufrecht. Nur die dünnen Finger umfassen weiterhin die Tasse Kaffee. Sie verliert sich in Gedanken und wirkt traurig.
Dennoch, starke Persönlichkeiten führen kein geheimes Leben. Als unabhängige Escort-Dame zu arbeiten, bedeutet, alles selbst in die Hand zu nehmen. Eigenes Marketing, eigenes Zeitmanagement. Auf ihrer Website zeigt sich Lilly ganz offen, in Wort sowie in Bild. Leistungen und Preise sind für jeden ersichtlich, jeder kann sie per E-Mail erreichen.
Bei der Frage, ob Lilly nie etwas Angst spüre, zumindest dann, wenn sie ein Neukunde bucht, sagt sie schmunzelnd: »Keine Angst, aber große Aufregung und Spannung.«
Die Männer hinterließen bei ihren Anfragen ihre Telefonnummern. Bei einem ersten Gespräch sei sich Lilly immer gleich sicher, ob es der potentielle Kunde wirklich ernst meine oder sich einen Spaß mit ihr erlaube. Sobald Lilly für ein Treffen zusagt, müsse der Kunde eine Anzahlung überweisen. Erst dann treffe sie sich mit dem Mann, und bis jetzt habe sie ihr Bauchgefühl noch nie enttäuscht. Da Wünsche und Neigungen bekannt seien, wisse Lilly immer ganz genau, was sie anzieht, wie sie sich schminkt, welche Rolle sie spielt.
»Bereits wenn ich das passende Outfit aus dem Schrank hole und auf meinem Bett ausbreite, beginnt es bei mir zu kribbeln. Ich male mir dann immer aus, wie es wohl sein wird. Das Essen, vielleicht Theater oder Oper, das Glas Wein im Hotelzimmer und zum Schluss das erotische Feuerwerk. Ich freue mich immer.«
Enttäuschungen, sagt sie, habe sie aber auch schon erlebt. Dann wenn Männer zu viel über ihre Probleme reden, zumeist familiärer Natur. Besonders oft würden Männer schlecht über ihre Frauen sprechen. Sie hätten sich jahrelang gehen lassen, würden im Bett nur wie ein fauler Sack rumliegen und den Sex über sich ergehen lassen. In diesen Situationen sage sich Lilly immer, sei sie ein Dienstleister und es sei dann eben doch nur ein Job.
»Aber schön ist es nicht. Ich bin Escort-Dame, keine Psychotherapeutin. Aus diesem Grund habe ich mich schon von Stammkunden trennen müssen. Ich ertrug es einfach nicht mehr.«
Wie lange Lilly als Escort-Dame arbeiten möchte, wisse sie nicht. Aber sie habe keine Angst vor der Zukunft. Sollte sie irgendwann nicht mehr das Bedürfnis haben, sich erotischen Abenteuern hinzugeben oder man buche sie zu wenig, würde sie aufhören und etwas anderes machen.
»Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das passieren soll. Wenn ich aber mein Studium beendet habe, könnte ich in einer Literaturagentur arbeiten oder ich setze meine akademische Laufbahn fort und mache als Escort-Dame weiter.«
Lilly habe ihr Leben nicht geplant, aber sie halte sich immer eine Option offen. Für den Fall, Lilly würde eine eigene Familie gründen wollen. Denn eine Mutter könne keine Escort-Dame sein.

Name und Aussehen der porträtierten Person sind aus Gründen des Personenschutzes frei erfunden.


05.01.2015

Keine Zeit für Scham und Peinlichkeit / Eine Kurzreportage

Es ist kurz vor halb sieben an einem verregneten Montagmorgen im November, als ich an der verabredeten Bushaltestelle auf Uta warte. Sie ist pünktlich und deutet an, dass ich schnell einsteigen soll. Zügig sind wir unterwegs. Der Regen prasselt gegen die Fensterscheiben, ein Fahrradfahrer wird nassgespritzt. Uta gibt an, dass wir gut in der Zeit lägen. Sie hätte auf ihrer Tour bis Mittag fünf Kunden zu besuchen, bei denen sie je nach Arbeitsaufwand fünf bis dreißig Minuten bleiben würde. Kunden, Arbeitsaufwand, Tour. »Ja, so ist das nun mal. Es sind Kunden und keine Patienten. Und wir sind Angestellte einer Dienstleistungsfirma und keine Schwestern im Krankenhaus. Na ja, und der Arbeitsaufwand richtet sich nach den Modulen, die gebucht wurden. Also ... « Uta berichtet über das Pflegesystem. Ich versuche, ihren hektischen Ausführungen zu folgen und bin überrascht, dass z. B. Haare kämmen nicht mit zum Ankleiden gehört und extra berechnet wird.
Wir parken in der Innenstadt mitten im Kreuzungsbereich. »Ich stelle mich immer hierhin«, sagt Uta. »Die Politessen sehen ja, dass ich vom Pflegedienst bin. Ich habe noch nie ein Knöllchen bekommen.« Sie schnappt sich ihre Mappe von der Rückbank und steigt aus dem Auto. Ich folge ihr zur ersten Wohnung.
Frieda S. öffnet uns die Tür. Ein dankbares Lächeln. »Frieda, ich habe heute viel zu tun«, lauten Utas erste Worte. Kein »Guten Morgen«, kein »Wie geht es Ihnen?«. Die Seniorin nickt ernüchtert, wendet sich ab und geht langsam Richtung Küche. Dort zieht sich Uta Handschuhe an und bereitet die Spritze vor. »Bei Frieda ist nicht so viel zu tun. Das bisschen Altersdiabetes. Nicht wahr, Frieda?« Die Frau antwortet nicht, setzt sich auf einen Küchenstuhl und hebt ihr Nachthemd hoch. »Später muss ich mehr machen. Das werden Sie dann sehen. Aber Sie sind ja nur heute Vormittag mit dabei. Manchmal habe ich auch nachts Dienst und muss raus, wenn ein Kunde den Notrufknopf drückt. Aber bis jetzt hatte ich immer Glück.« Verlegen schaue ich zu Boden. Aber nicht der Spritze wegen, sondern der Worte, die im Beisein der älteren Frau in deren Küche schallen. »So, Frieda. Das wäre erledigt. Morgen dann wieder um die gleiche Zeit.« Uta zieht sich die Einweghandschuhe aus und wirft sie in den Mülleimer. »Noch ein Häkchen und dann geht es weiter«, murmelt sie und blättert in ihrer Mappe. »Die jüngeren Kolleginnen hantieren immer mit ihren Smartphones rum. Was weiß ich, wie die das mit den Daten machen. Anfangs habe ich noch gedacht, die spielen Spiele, wenn sie bei den Kunden sind.«
Als wir im Begriff sind, die Wohnung zu verlassen, drehe ich mich noch mal zu Frieda und sehe eine traurige, ältere Frau, wie sie zusammengesackt auf einem Stuhl in ihrer Küche sitzt. Sie nickt zum Abschied, ich nicke auch und versuche zu lächeln.
Zurück im Auto teilt mir Uta mit, sie hätte sich schon gedacht, dass sie es heute mit einer recht emotionalen Person zu tun haben wird. »Typisch Schriftstellerin. Diese Arbeit wäre nichts für Sie. Das kann nicht jeder machen. Mir tut Frieda auch leid, aber das kann ich ihr doch nicht zeigen. Das geht nicht. Außerdem habe ich einfach keine Zeit für ein Kaffeekränzchen.« Härtet Pflege ab? Vielleicht. Muss man mindestens sein Mitgefühl überspielen können? Ganz bestimmt. »Und nicht jeder Kunde ist wie Frieda, die in ihrer Küche schon alles bereit gelegt hat, wenn ich komme. Sie weiß, dass ich immer unter Strom stehe. Da kommt sie mir entgegen. Aber gleich werden Sie eine Kundin erleben, ich sage Ihnen, da werden Sie wohl eher mit mir Mitleid haben.«
Wir fahren aus der Stadt raus und in ein Dorf, halten vor einem renovierungsbedürftigen Haus. Gerade als Uta die kleine Pforte zum Vorgarten öffnet, steht ein älterer Mann vor der Haustür. Wir seien spät dran, er hätte bereits gewartet. Im Haus liegt seine Frau im Wohnzimmer in einem Krankenbett. Als sie Uta sieht, beschimpft sie sie: »Blöde Sau. Fass mich bloß nicht an, du Drecksschwein!« Sofort beginnt Uta, die Frau auszuziehen. Sie liegt in ihrem Unrat und muss gesäubert werden. Es folgen weitere Beschimpfungen. Dem Mann sind die unflätigen Ausbrüche seiner Frau peinlich. Er schüttelt den Kopf, gibt an, draußen nach den Hühnern sehen zu müssen und verlässt das Haus. Etwa eine dreiviertel Stunde später fahren wir zurück in die Stadt.
Es ist still. Erst als wir vor der Wohnung der nächsten Kundin parken, sagt Uta: »Die alten Leutchen haben es auch wirklich nicht leicht. Besonders die nicht, die mit ihrer Situation nicht fertig werden und sich nicht anfassen lassen können. Verstehen Sie das?«
Bevor ich darauf antworten kann, hat Uta schon wieder ihre Mappe in der Hand und steigt aus dem Auto. »Für Martas Wohnung haben wir einen Schlüssel. Nachts ist immer eine Nachtwache bei ihr, und tagsüber bekommt sie zwei Mal von uns Besuch. Ihre Familie sorgt gut für sie, macht es ihr so bequem wie möglich. Ich bin mir sicher, sie wird bis zum Schluss in ihrer Wohnung bleiben können.« Die ältere Frau ist von ihrem Bett aus gut vernetzt. Fernbedienungen fürs Bett, Fenster, Fernseher, Spracherkennung fürs Telefon. Sie selbst sagt zu mir: »Junge Dinger wie Sie gucken immer, als sei ich schon längst verfault. Wenn Sie mit sich im Reinen wären, dann hätten Sie kein Problem mit Ihrer Scham.« Ich bin fassungslos und muss lachen.

Aus Gründen des Personenschutzes sind Namen anonymisiert.

Unverkäufliche Texte von Doreen Gehrke. Die Verwendung dieser Texte, ob nun auszugsweise oder in vollem Umfang, ist ohne schriftlicher Zustimmung von Doreen Gehrke urheberrechtswidrig. Auch eine Übersetzung der Texte sowie die Verwendung in elektronischen Systemen ist strafbar.